Distorsion – umgeknickter Fuß Teil I

Ein umgeknickter Fuß (Distorsion des Sprunggelenks) ist nicht nur schmerzhaft und eine relativ häufige Sportverletzung, sondern kann als Folge des Umknickens zu Knie und Rückenschmerzen aufgrund bleibender Fehlhaltung des Fußes führen.

Wie schnell ist es beim Fußballspielen, Joggen oder selbst beim Wandern passiert. Umgeknickt! Der Knöchel schwillt an und schmerzt. Was ist nun zu tun?

Bänderdehnung oder Bänderriß

Schwillt der Knöchel an, so ist das Gewebe verletzt. Kommt es neben der Schwellung zu einem Bluterguss, sind auch Blutgefäße verletzt worden. Eine geringere Schwellung sowie das Fehlen eines Blutergusses kann auf eine Dehnung der Bänder hindeuten.

Hilfreich ist in diesem Fall die Kühlung (Eis) und das Hochlegen des Beines. Ebenso ist eine Sport- bzw. Belastungspause und das Anlegen eines Kompressionsverbandes zu empfehlen.

Bestehen starke Schmerzen und ist der Fuß stark geschwollen, ist auf alle Fälle der Besuch eines Orthopäden zu empfehlen. Hier sollte abgeklärt werden, ob lediglich eine Überdehnung der Bänder vorliegt oder eine schwerere Verletzung in Form des Bänderrisses, des Kapselrisses oder eine knöcherne Verletzung.

Heutzutage wird selbst der Bänderriss in der Regel konservativ, das heißt ohne Operation behandelt. Typischerweise werden Gehschienen (Orthesen), Salben und Schmerzmittel verschrieben.

Schmerzfrei und dann?

Ist der Fuß nach einiger Zeit wieder schmerzfrei, gehen die meisten Patienten davon aus, dass alles wieder in Ordnung ist. Das kann, muss aber nicht sein. Vor allem nicht nach einem umgeknickten Fuß. Denn durch die Kraft, die beim Umknicken auf den Fuß wirkt, werden nicht nur die Bänder und Sehnen des Fußes überdehnt oder Reißen zum Teil, sondern verdrehen sich in der Regel auch einige Fußknochen (Talus, Calcaneus, Naviculare, Cuboid) und bleiben in dieser verdrehten Position stecken.

Umknicken und mögliche Folgen

Dies kann zum einen dazu führen, dass der Fuß instabil bleibt und damit die Gefahr weitere Male umzuknicken steigt. Eine mögliche Folge ist, dass es zu einem früheren Verschleiß kommt. Zum anderen kann dies aber auch dazu führen, dass das Fußgewölbe sich absenkt, so dass sich daraus unter anderem ein Knick- oder Spreizfuß oder ein Hallux Valgus entwickelt. Hieraus kann sich dann eine Schonhaltung entwickeln, die letztendlich zu einer Überbelastung der Lendenwirbelsäule mit Rückenschmerzen führt.

Ursachen

Das muss nicht sein. Hier kann eine osteopathische Behandlung helfen. Als Osteopathen sind wir nicht nur darauf geschult den Rücken, das Becken oder die Schultern zu untersuchen und zu behandeln, sondern auch die Füße. Einer unserer Grundsätze ist, dass wir nach der Ursache der Beschwerden forschen und nicht nur die Symptome behandelt. So ist es zum Beispiel keine Seltenheit, dass Patienten wegen Rückenschmerzen zu uns in die Praxis kommen und wir im Rahmen der Untersuchung feststellen, dass ein umgeknickter Fuß die Ursache dieser Rückenschmerzen ist. Dann wird der Fuß behandelt und die Rückenschmerzen verschwinden. Kurz: die Untersuchung und Behandlung der Füße gehört bei uns zum Standardrepertoire.

Die Untersuchung

Sobald die Schwellung abgeklungen ist, können Sie zu uns kommen und sich untersuchen lassen. Wir untersuchen dann den gesamten Fuß mit seinen sechsundzwanzig (26!) Knochen, sowie die Bänder, Sehnen und Muskeln. Aber damit hört die Untersuchung nicht auf. Wir machen uns auf die Suche nach der Ursache des Umknickens und fragen uns, ob möglicherweise eine muskuläre Dysbalance aufgrund einer Fehlhaltung Ursache für das Umknicken war. Das heißt, wir schauen uns neben den Füßen die Wirbelsäule, das Becken, die Hüften, die Knie usw. an.

Die Behandlung

Behandelt werden dann die auffälligen Bereiche. Gegebenenfalls bekommen Sie für zuhause Übungen mit. Unter Umständen kann auch an eine sensomotorische Einlage zur Stütze des Fußgewölbes und zur Unterstützung der kurzen Fußmuskeln gedacht werden. Das hängt aber immer vom Einzelfall ab.

Vorbeugen

Je kräftiger die Muskulatur, desto stabiler das Gelenk. Aber die Muskulatur sollte darüber hinaus auch flexibel sein. Das heißt Dehnung und Mobilisation ist wichtig.

Zur Überprüfung der richtigen Haltung und zur Vermeidung von Fehlbelastungen kann ich eine osteopathische Untersuchung und Behandlung empfehlen.